Am Start geht es vorbei an den
prächtigen Bauten der Altstadt von Wil, die bereits um 754 als alemannische
Siedlung villa qui dicitur Wila ein geografisch und strategisch
wichtiger Ort war. Es entstanden Beziehungen zu den Kulturkreisen der Abtei
St. Gallen, des Domstiftes Konstanz und des Klosters Reichenau. Die Grafen
von Toggenburg befestigten den eiszeitlichen Wallberg mitten in der weiten
Thurlandschaft, siedelten Bauern, Handwerker, Händler sowie Dienstleute
an, boten den Bürgern Schutz und sicherten damit ihre eigene Herrschaft.
Sie besiegelten ihr Werk mit der Verleihung des Stadt- und Marktrechts in der
Zeit um 1200. Im Jahr 1226 geht die Stadt Wil als Schenkung an das Kloster
Sankt Gallen über. Die Fürstabte von St. Gallen wissen ihre westliche
Verteidigung, aber auch die angenehme Residenz wohl zu schätzen. Das Hauptanliegen
der Bürgerschaft ist durch alle Jahrhunderte hindurch die Autonomie, die
Wahrung und Sicherung der Freiheit. Nach dem Untergang des Klosters St. Gallen
als Folge der französischen Revolution wird Wil im Wileramt 1798 Munizipalgemeinde
des Kantons Säntis und 1803 Politische Gemeinde im neuentstandenen Kanton
St. Gallen.
Heute ist Wil, auch Tor zum Toggenburg, genannt, das Zentrum einer
kantons-übergreifenden Region mit über 100'000 Einwohnern. Wir wandern
hinauf zum 34 m hohen Wiler Turm. Wer Lust hat, kann die 189 Stufen dieses
schönen Holzbauwerks hinauf steigen und bei schönem Wetter die Aussicht
geniessen. Für die Konstruktion wurde ausschliesslich Holz aus umliegenden
Wäldern verwendet. Der Grossteil des Holzes, nämlich die Rundhölzer
aus Douglasien und die Treppenstufen aus Weisstanne wurden im Frühjahr
2005 gefällt, eingeschnitten und naturgetrocknet. Drei grosse Panoramatafeln
beschreiben die Aussicht von den Österreicher Alpen bis hin zu Eiger und
Mönch in den Berner Alpen. Weiter gehts durch liebliche Landschaften. Kurzer Besuch bei Globi (Illustrator Heiri Schmid in Greutensberg)
Wir wandern hinauf zum Nollen (718 m),
wo die bei schönem Wetter beeindruckende Aussicht auf den Bodensee über
den Thurgau nach Wil bis nach Herisau reicht. Darüber erstrecken sich
die Alpen vom Vorarlberg über den Alpstein bis ins Glarnerland.
Frau Cäcilia Zeller hat für uns im Restaurant Landhaus in Hosenruck
ein feines Mittagessen bereitet.
Früher bildeten neben der Ortsgemeinde Wuppenau auch Hosenruck und Heiligkreuz
jeweils eine eigene Ortsgemeinde innerhalb der damaligen Munizipalgemeinde
Wuppenau. Im Rahmen einer Gemeindereorganisation wurden die drei Ortsgemeinden
1971 zur heutigen Einheitsgemeinde Wuppenau zusammengefasst.
Der Rückweg führt
uns über Waldwies, den Gampen und den Nieselberg zurück zum Bahnhof
Wil, wo wir im Bahnhofbuffet vor der Rückreise allenfalls noch unseren
Durst löschen können.